Alte Sprache in neuen Medien - iPad-Einsatz im Latein-Unterricht

Auch im Fach Latein hat das iPad den Unterricht verändert. Zwar wird immer noch übersetzt, wie es seit 200 Jahren der Fall ist, aber es gibt nun eine Fülle neuer Möglichkeiten, den Unterricht abwechslungsreicher und individueller zu gestalten.

Der wichtigste Baustein dabei ist das Programm „Repectico“.Mit ihm wiederholen die Schülerinnen und Schüler zu Beginn jeder Stunde die Vokabeln, die sie sich besonders schlecht merken können. Repetico bietet dabei weitreichende Möglichkeiten, den Lernerfolg zu beobachten. (Näheres auf der Lateinhomepage des OHG). Eine Unterrichtsstunde beginnt so mit konzentrierter, individuell abgestimmter Vokabelarbeit.

Im Mittelpunkt des Lateinunterrichts steht natürlich das Übersetzen lateinischer Texte. Hier hat das iPad völlig neue Arbeitsweisen eröffnet. So haben die Lernenden über das Tablet Zugriff auf Hilfsmaterial während der Textarbeit und zwar in dem Moment, in dem sie es benötigen. Anders als früher muss das nicht immer ein Text sein. Sehr beliebt bei den Schülern sind Audio-Dateien, also Sprachaufnahmen, in denen ich die Grammatik einzelner Sätze erkläre. Wenn ein Schüler also beim Verstehen des Textes nicht weiterkommt, kann er sich passgenau Hilfe holen. Natürlich stehen diese Audio-Hilfen auch für Hausaufgaben oder Wiederholungen zu Hause zur Verfügung.
Neben den Audio-Hilfen gibt es auch kurze Videos, in denen ich neuen Stoff erkläre. (Beispiele auf der Lateinhomepage). Diese Videos sind schnell erstellt und - weil sie vom eigenen Lehrer kommen - immer auf die Lerngruppe abgestimmt. Wer also morgens nicht aufgepasst hat, bekommt nachmittags noch eine zweite Chance, den Stoff zu verstehen. Alternativ kann die Einführung neuen Stoffes auch völlig in den häuslichen Bereich verschoben werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Schüler diese Möglichkeit gerne mit Erfolg nutzen.
Neben dem Unterricht hat also das iPad auch die Hausaufgaben verändert. Die Schüler haben auch von zu Hause aus Zugriff auf das Schulnetzwerk. Material, das im Unterricht entstanden ist, kann online zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. So entfällt beispielsweise das langwierige Abschreiben während des Unterrichts. Die gemeinsam erarbeitete Übersetzung eines Textes schreibe der Lehrer mit und die Schüler übertragen sie nachmittags sorgfältig ins Übersetzungsheft. Die dadurch gesparte Zeit investieren wir in gemeinsames Üben oder Lernen.
Es gibt aber auch Dinge, die das iPad nicht revolutioniert hat. Dazu gehören das gemeinsame Üben im Chor, die Diskussion über schwierige Textstellen oder Bewegungsspiele, um sich die Grammatik einzuprägen. Diese alten, seit Hunderten von Jahren angewendeten Lernmethoden sind immer noch erfolgreich, obwohl (oder weil) sie analog sind.

Das iPad ist also eine Bereicherung des Lateinunterrichts, nicht aber seine völlige Neuerfindung. Gezielt und überlegt eingesetzt hilft dieses neue Medium vielen Schülerinnen und Schülern beim Erlernen der alten Sprache Latein.

Peter Zimmermann

 

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