Sek II

Religion02

Religion ist das, was uns unbedingt angeht
Paul Tillich

Religion in der Sekundarstufe II

In der Oberstufe führt euch das Fach Religion zugleich in abstraktere Höhen wie auch in abenteuerlichere Tiefen. Was bedeutet das? Es bedeutet zum Beispiel, dass sich der Sinn dafür, wo sich in unserer modernen Gesellschaft Religion verbirgt, nicht mehr nur an der Oberfläche aufhalten kann. „Religion" steckt häufig auch in Strukturen, die sich gar nicht als Religion ausgeben. Umgekehrt ist längst nicht alles Religion, wo Religion „drausteht". Da hilft nur ein scharfer analytischer Blick.
Es bedeutet weiter, dass sich der Unterricht zunehmend an den Maßgaben der Wissenschaftlichkeit orientiert. Dies betrifft den Gebrauch theologischer Fachsprache und theoretischer Konzepte in mündlichen Unterrichtsbeiträgen und Klausuren und kann insbesondere in Form einer Facharbeit unter Beweis gestellt werden.
Nicht zuletzt zielen Einführungsphase (EF) und Qualifikationsphase (Q1/Q2) auf das Abitur ab. Der Religionsunterricht der Sekundarstufe II will euch in diesen Jahren in die Lage versetzen, eure religiöse Urteilsbildung auf einem hohen Niveau zu reflektieren. Ihr sollt befähigt werden an anspruchsvollen weltanschaulichen Diskussionen teilzunehmen und die Zukunft der Gesellschaft mit euren Gedanken und Konzepten zu bereichern.
In der Jahrgangsstufe Q2 besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Kursfahrt.

Außerdem ist in der Oberstufe an den Religionsunterricht unser – seit 25 Jahren bestehendes – Israel-Austauschprogramm mit Tirat Carmel (nähe Haifa), der Partnerstadt von Monheim a. R., angebunden. Hier besteht die Möglichkeit Religion sozusagen „vor Ort zu erspüren".
Neben dem Aufenthalt in den Gastfamilien und landeskundlichen Elementen ist ein besonderer Bestandteil unserer Israelfahrt natürlich auch das biblische Israel erfahrbar zu machen: Wir besuchen mit den Schülern Jerusalem, die Stadt der drei großen Religionen, den See Genezareth, die Wirkungsstätte Jesu, und auch die Taufstelle am Jordan sowie andere religionsgeschichtlich relevante Orte wie z.B. Qumran.
Besonders der Austausch mit gleichaltrigen Jugendlichen, deren Sozialisation zwar in vielem ähnlich – besonders vor dem Hintergrund des jeweiligen Landes – aber auch differierend ist, fördert das gegenseitige Verständnis. Die Erziehung zur Toleranz steht dabei für uns in besonderer Weise im Vordergrund, was auch in unseren Preisträgerprojekten beim internationalen Wettbewerb „Europeans for peace", einem Förderprogramm der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, wiederholt bezeugt wurde.
Unser Israel-Programm bildet mit Sicherheit eine ganz besondere Erfahrung für unsere Schülerinnen und Schüler und wird sie nachhaltig prägen, indem sie ein vertieftes Verständnis für verschiedenartige Kulturen und Religionen aufbauen. Das Bewusstsein für einen immer auch an "seine Geschichte gebundenen Menschen" wird hier – in Auseinandersetzung mit der Historie Deutschlands und Israels – ganz selbstverständlich erfahrbar: Ein kleiner Beitrag für ein friedvolles Miteinander!

Der Israel-Projektkurs gestaltet sich als optionaler (aber abiturrelevanter), einjähriger Grundkurs in der Q1 für alle Schülerinnen und Schüler, die Religion in der Oberstufe gewählt haben. Der Kurs bildet neben der Benotung eine Zusatzqualifikation, die auf dem Abiturzeugnis gesondert ausgewiesen wird. Ein Angebot, welches nur wenige Schulen NRWs anbieten!