Ausgespielt? Schülerbeschwerden gegen Schulhofverlust

Schülervertreter des OHG mit Unterschriftensammlung beim Bürgermeister

IMG 1445Mit 650 Protest-Unterschriften machte sich die Schülervertretung (SV) des Otto-Hahn-Gymnasisus auf den Weg zum Monheimer Bürgermeister Daniel Zimmermann. Grund des Treffens: der Protest der Schüler gegen den Neubau der Musikschule auf ihrem Schulhof.

 

Nach der Übergabe der gesammelten Unterschriften brachten die Schülervertreter die Bedenken gegen den Neubau vor. Wichtigster Punkt: Die Schüler würden 500 Quadratmetern Pausenhoffläche verlieren.

Der Bürgermeister nahm die Anliegen der Schüler ernst. In sachlicher und freundschaftlicher Atmosphäre, so Nils Baur von der SV, seien die schwierigen Punkte thematisiert worden. Zimmermann erläuterte den zehn Schülervertretern, welche alle an dem Gespräch beteiligt waren, die ersten Flächenplanideen. Auch wurde deutlich, dass Zimmermann der Schule nicht definitiv 400.000 Euro zusagen könne, wie die Rheinische Post in einem Artikel zuvor dargestellt hatte. Das Beispiel der Mensa auf dem Lottenschulhof zeige aber, dass die Stadt die Schulen nicht benachteiligen wolle. Dort wurde vor einiger Zeit eine Mensa für die Ganztagsschule eingerichtet, was einen Schulhofverlust des Schulzentrums bedeutete. Als Ausgleich wurden die Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof mit etwa 300.000 Euro aufgebessert, was bei den Grundschulschülern auf Begeisterung stieß. Ob dies auch für das Otto-Hahn-Gymnasium umsetzbar sei, stehe – so Zimmermann - noch nicht fest, sei aber denkbar.

Auch wenn niemand wolle, dass das OHG starken Verlust mache, so sei nach der Meinung vieler das Grundstück doch am besten für einen Neubau der Musikschule geeignet. Beruhigend fanden die Schülervertreter Zimmermanns Versicherung, es sei nicht beabsichtigt, den Schülern mehr als 500 Quadratmeter zu nehmen. "Solange noch nicht klar ist, wie viel Fläche verbraucht wird, sollte der Architektenwettbewerb ausgeführt werden" , so Zimmermann in der Stadtratssitzung am 26.09.

In dem Architektenwettbewerb soll ermittelt werden, was für ein Gebäude entsteht und wie viel Fläche die Schule letztendlich einbüßen muss. In dieses Gremium wurden, neben einem Architekturprofessor aus Stuttgart, auch Schulleiter Dr. Hagen Bastian und ein Schüler als Verteter des OHG eingeladen. Doch weder Schulleiter Bastian noch der entsprechende Schüler haben ein Stimmrecht. Sie können nur beratend zur Seite stehen.

Zum Zeitpunkt des Gespräches mit der Schülervertretung stand für den Bürgermeister nur zu 90% fest, ob das Gebäude auf dem geplanten Grundstück entstehen wird. In der erwähnten Ratssitzung stimmten die Abgeordneten der Fraktionen seinen Erwartungen entsprechend für den Bau auf diesem Grundstück.

Bündnis 90/die Grünen stellten den Antrag, das VHS-Gebäude auf der anderen Seite des Berliner-Rings zu untersuchen und festzustellen, ob sich dieses nicht entsprechend umbauen oder sogar neu errichten ließe. Dagegen wurde (vor allem mit der Begründung, dies habe nichts Konkretes mit der neuen Musikschule zu tun) mehrheitlich gestimmt. Dafür sprachen sich nur die Grünen sowie die FDP aus.

Von diesem Beschluss waren die vier im Besucherbereich anwesenden Schülervertreter (Nils Dornbusch, Nils Baur, Viola Herwig und Charlotte Stapper) enttäuscht. "Wir hielten die Idee für sehr vielversprechend, da uns das Grundstück, sowie die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Musikschule erhalten geblieben wären", erklärte einer der Schüler.

So steht nun fest, dass die Musikschule ihren Platz auf unserem Schulhof finden wird; vorausgesetzt, einer der am Wettbewerb beteiligten Architekten kann einen Plan einreichen, der dem OHG weniger als 500 Quadratmeter wegnimmt.

Charlotte Stapper (Journalismus-AG)