Nichts tun... ein Projekt?

mysterienimhauptbahnhofAuf die Frage woran im Projekt „Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt“ gearbeitet wird, gibt es eine seltsame Antwort: „Nichts, wir tun nichts. Wir meditieren beziehungsweise entschleunigen“. Ist es wirklich möglich, dass während der Projektwoche am OHG Nichtstun offizieller Unterrichtsstoff ist?

Ganz so einfach ist die Idee natürlich nicht, wie mir die fünf teilnehmenden Schülerinnen erklärten. Durch das liebevoll zusammengestellte Programm der Lehrerin Hildegard Kroll-Saurbier sollen sie ihr Körpergefühl neu kennen. Selbst einfache, gewohnte Bewegungen werden neu entdeckt und ausprobiert. Die Schülerinnen erleben die täglichen Bewegungen auf eine andere Weise. Dabei nehmen sie sich unter anderem ein Beispiel an Joseph Beuys, der am Hauptbahnhof ein Happening veranstaltete. So ein Happening am Hauptbahnhof haben sich auch die Teilnehmerinnen vorgenommen. Die Reisenden am Düsseldorfer Bahnhof können sich also auf eine überraschende Begegnung mit entschleunigten Monheimer Schülerinnen gefasst machen.

Das Thema dieses Projektes steht auch mit der Religion im Zusammenhang, da zur mentalen Entspannung gebeten wird und auch religiöse Lieder gesungen werden. Das große Ziel des etwas anderen Projekts ist es, zu lernen, wie man vom anstrengendem Alltag abschaltet. Die Schülerinnen und ihre Lehrerin formulieren das Ziel viel pragmatischer: Sie sind schon zufrieden, wenn sie einmal völlig entspannt nach Hause kommen.

Chiara Erichson