Der Ausflug des Pädagogikleistungskurs in die JVA Wuppertal

JVA

3.6.2015  Pädagogikleistungskurs von Frau Ritter besuchte die Justizvollzugsanstalt für Jugendliche in Wuppertal. Die Fahrt begann in Monheim und endete ca. 45 Minuten später in Wuppertal, vor meterhohen Wänden mit Stacheldraht, dicken Stahltüren und einem Gefühl der Aufregung, denn die JVA Wuppertal ist das sicherste Jugendgefängnis, das in Deutschland existiert. Der Besuch beziehungsweise das Gespräch mit den jugendlichen Häftlingen sollte dem LK einen Einblick in das Leben der Häftlinge geben und auch mit gesellschaftlichen Vorurteilen aufräumen.


 Der Treffpunkt mit den Häftlingen fand in der gefängniseigenen Kirche bzw. Begegnungsstätte unter Aufsicht des Seelsorgers Herr Berkenbrink statt. Um zu ihr zu kommen, musste man zuerst durch den sogenannten „Catwalk“ gehen, welcher glasüberdachter Weg quer durch die JVA ist. Dieser verläuft durch den Hof und somit an den meterhohen Zellentrakten vorbei.

In der Kirche angekommen begrüßte uns der Seelsorger nochmal zusammen mit den Häftlingen. Wir setzten uns in kleinen Gruppen mit durchschnittlich zwei Häftlingen an einen Tisch und stellten uns gegenseitig vor. Anfangs war alles ein bisschen stockend, beide Seiten waren etwas verklemmt. Nachdem jedoch etwas Zeit vergangen war, entstand ein Gespräch: Es wurde geplaudert über Interessen, Hobbys und die Ausbildung, über den Alltag, welcher sehr trist und die meiste Zeit unter Verschluss abläuft und über Probleme, die das Leben in einem Gefängnis mit sich bringt. Die meisten Häftlinge erzählten uns von ihren Träumen und Plänen für die Zukunft. Als die Stimmung gelockert war, kam die Frage nach der begangenen Straftat auf. Ihre Antwort schockierte uns zuerst, diese Emotion verging jedoch ein wenig, nachdem wir nach den Hintergründen fragten. Die meisten Jugendlichen waren dort wegen Raubüberfällen, meist um in einem Gesellschaftskreis aufgenommen zu werden und dazu zu gehören.

Nach ungefähr drei Stunden hieß es Abschied nehmen und wir wünschten uns alles Gute für die Zukunft. Nun ging es für uns in ein Nachgespräch, indem wir unsere Eindrücke in den verschiedenen Gruppen teilten. Wir verstanden nun, dass die Menschen, auf die wir trafen, Fehler begangen haben, aber deswegen nicht gleich alle „Unmenschen“ sind, wie es von der Gesellschaft häufig dargestellt wird. Dies soll nicht bedeuten, dass ihre Taten richtig waren, jedoch sollte man sie nicht alle für immer und ewig  in eine Schublade stecken, denn manche zeigen Reue und bessern sich. Man sollte denen, die Einsicht und Reue zeigen, eine zweite Chance geben, denn jeder Mensch begeht Fehler, auf die er nicht Stolz ist, der eine Kleine, der andere Größere.

Lars Grönberg